Folgende Themen habe ich zu Schiller vorbereitet. Die Lesungen sind auch kurzfristig bei mir zu bestellen.
»Schöne Welt, wo bist du?«
Gedichte Friedrich Schillers
Der Lyriker Schiller soll als der »klassische Dichter des Ungenügens« (Ernst Bloch) vorgestellt werden: seine schönsten Entwürfe anderer, besserer Welten ebenso wie Verse der Klage und Resignation. Es gilt – bei aller berechtigten Skepsis gegenüber Schillers hochgestimmter Rhetorik – zu verstehen, was Thomas Rosenlöcher »die Leistung des hohen Tons« genannt hat: »selbst dort, wo gesagt wird, daß da kein Sinn sei, zu sagen, daß da ein Sinn zu sein hätte.«
Der Spaziergang
Schillers Elegie, die zugleich ein Lehrgedicht über Natur und Zivilisation, Kultur und Geschichte, Wildnis und Idylle ist, wird gelesen und kommentiert.
»Ach, ich kann diesen Widerspruch nicht reimen!«
Lyrik im Drama
Maria Stuart, Thekla im »Wallenstein«, Johanna d’Arc – sie sprechen in außerordentlichen Momenten in gereimten Versen, treten also aus dem Blankvers heraus und geben durch »gesprochene Arien« ihrer Rede zusätzliche Würde und Bedeutung.
In dieser Lesung werden solche lyrischen Passagen vorgetragen und in ihrem szenischen Zusammenhang kommentiert.
Maria Stuart
»In dem Drama gibt es nichts Belangloses und Blasses« schrieb sein russischer Übersetzer Boris Pasternak 1956. Mit der Lesung aus »Maria Stuart« werden Erläuterungen zum Aufbau des Stückes und zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte verbunden.
Turandot, Prinzessin von China
Ein tragikomisches Märchen nach Gozzi von Schiller
In der Vorlage des italienischen Dramatikers Carlo Gozzi ist die chinesische Prinzessin ein launisches Weib, bei Schiller handelt Turandot aus dem Bedürfnis nach Freiheit:
»Der Himmel weiß, daß jene Zeugen lügen
Die mich der Härte zeihn und Grausamkeit.
Ich bin nicht grausam. Frei nur will ich leben.«
Die Lesung gibt Gelegenheit, eine vergessene unter den großen Frauengestalten des Dichters kennenzulernen.
Der Komiker Friedrich Schiller
Feine Ironie, Schalk und grimmiger Humor waren Schiller durchaus nicht fremd. Freilich dominieren sie das Werk des Pathetikers und Idealisten nicht. Umso reizvoller ist es, ihren oft übersehenen Spuren nachzugehen. Gemeint sind hier nicht die Zeugnisse unfreiwilligen Humors. Vielmehr folgen wir dem bedeutenden Philosophiehistoriker und Schriftsteller Kuno Fischer, der als Jenaer Professor 1868 eine Schrift über »Schiller als Komiker« veröffentlichte.
Spuren des Erhabenen
Das Erhabene ist, wie die Anmut und die Würde, ein Leitbegriff Schillerscher Ästhetik. Es verbindet sich für ihn mit dem moralischen Begriff der Freiheit: Erhaben sind für Schiller alle Siege des Menschen über die Zwänge von Natur und Schicksal. Viele Nachgeborene haben dies als zu ideal oder als bare Überforderung empfunden. Vielleicht ist aber das Erhabene gelegentlich auch ein heilsames Gegengift für »eine von Verdummung trunkene, verwahrloste Menschheit«, die »unterm Ausschreien technischer und sportlicher Sensationsrekorde« taumelt (Thomas Mann). Anhand von Schillers ästhetischen Schriften soll den Spuren des Erhabenen in pathosfernen Zeiten nachgegangen werden.
Weltliterarische Wirkungen Schillers
Bezüge zu Schillers Dichtung im Werk von Schriftstellern des 19.Jahrhunderts werden hier erläutert und Stimmen zum Lobe Schillers versammelt: von Adam Mickiewicz aus Polen, Alexander Puschkin und Fjodor Dostojewski aus Rußland, von Victor Hugo aus Frankreich und von Samuel Taylor Coleridge und Thomas Carlyle aus England.
»Ehret die Frauen! Sie stricken die Strümpfe« – Schiller-Parodien
Friedrich Schiller ist der meistparodierte deutsche Dichter; polemische, derb-humoristische oder schlüpfrige Um- und Neudichtungen gibt es in Fülle, darunter auch sehr gelungene, so von den Brüdern Schlegel, Bertolt Brecht und Lene Voigt. Ohne gute Vorlage aber keine gute Parodie – daß Schiller so viele Parodisten auf den Plan gerufen hat, spricht auch für die Originalität und Einprägsamkeit seiner Sprache.